Neugestaltung und Erweiterung des Gedenkortes
Walchum, 12. August 2026: In Walchum ist die neugestaltete Gedenkstätte zum ehemaligen Lager IV offiziell eingeweiht worden. Das Projekt wurde gemeinsam von der Gedenkstätte Esterwegen, der Gemeinde Walchum und der Samtgemeinde Dörpen umgesetzt. Ziel war es, den Erinnerungsort aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität für Besucherinnen und Besucher deutlich zu verbessern.
Die Gedenkstätte liegt in Hasselbrock an der Süd-Nord-Straße 28 auf dem Grundstück von Familie Smakmann, die sich auch sehr gewissenhaft und verlässlich um die Pflege und Sauberkeit vor Ort kümmert.
Bürgermeister Alois Milsch begrüßte zunächst alle Anwesenden und bedankte sich für das vielseitige Engagement aller Beteiligten, das zum großen Erfolg des Projekts geführt hatte. In seiner Ansprache thematisierte er die Geschichte und Bedeutung des Lagers IV. Was sich dort abgespielt hat, dürfe nicht in Vergessenheit geraten, weshalb ihm die Schaffung der Gedenkstätte auch eine persönliche Herzensabgelegenheit gewesen sei.
Nach ihm ergriff die Pastorale Koordinatorin Sandra Gebbeken das Wort und segnete den Gedenkort ein. Dazu wurde das Lied der Moorsoldaten gespielt, was insgesamt für eine sehr würdige und andächtige Atmosphäre sorgte.
Das Schlusswort hatte Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken, der unter anderem die Wichtigkeit der Gedenkstätte für die Bildungsarbeit an den Schulen, die in der Trägerschaft der Samtgemeinde Dörpen liegen, unterstrich und sich zudem ausdrücklich beim Ehepaar Smakmann bedankte.
Eine besonders wichtige Rolle übernahm bei der Projektumsetzung der Bauhof der Gemeinde Walchum. Die Mitarbeiter führten zahlreiche Arbeiten zur Herrichtung und Neugestaltung des Geländes aus. Unter anderem wurden zwei Bänke, ein Tisch und zwei Blumenkübel aufgestellt. Zudem stellte der Bauhof die neue Fläche her und reinigte das bereits vorhandene Hinweisschild, das wieder in das Gesamtkonzept integriert wurde.
Ergänzt wird die Anlage künftig durch eine Stele mit QR-Code aus dem Projekt „Geschichte Digital“ sowie zwei Holzpfosten mit historischen Fotografien.
Während früher lediglich eine Gedenktafel an der Süd-Nord-Straße an das Lager Walchum erinnerte, steht nun ein würdiger und gut erreichbarer Erinnerungsort zur Verfügung.
Die Samtgemeinde Dörpen unterstützte das Vorhaben auch deshalb, weil die Erinnerungs- und Präventionsarbeit einen wichtigen Bestandteil der Bildungsarbeit an den Schulen darstellt. So fand in diesem Jahr beispielsweise eine Gedenkveranstaltung von Schülerinnen und Schülern der Grundschule Walchum zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs statt.
Die neugestaltete Gedenkstätte schafft damit einen wichtigen Ort, um Geschichte sichtbar zu machen und das Bewusstsein für Demokratie, Menschlichkeit und Verantwortung auch für kommende Generationen zu stärken.


Foto: Michael Majewsky vom Fachbereich Bildung der Samtgemeinde (von links), stellvertretender Bürgermeister Georg Eiken, Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken, Bauhofleiter Christian Weseler, Bauhofmitarbeiter Jens Hanneken, Fachbereichsleiter Personal und Bildung der Samtgemeinde Björn Fiß, das Ehepaar Smakmann, Bürgermeister Alois Milsch und die Pastorale Koordinatorin Sandra Gebbeken bei der Gedenkstätte Lager IV. (Fotos: Daniel Mäß)
